Geschichte und Tradition

Bereits die Räter - unsere Vorfahren - bewahrten das kostbare Gut in Fässern auf. Jedoch erst die Römer hinterließen fachkundige Schriften zum Weinbau. In den Zeiten der Völkerwanderung ist der Weinanbau infolge von Kriegen und Zerstörungen zurückgegangen.
Im Hochmittelalter wetteiferten bayrische Klöster um den Besitz von Weinhöfen im Überetsch. Hier wurde wegen der äußerst günstigen klimatischen Bedingungen und der vorzüglichen Beschaffenheit des Bodens, der Wein für die Messfeiern - und vermutlich nicht nur dafür - produziert.
Wein ist seit dem Mittelalter Grundlage des Wohlstandes in unseren Gebieten.

Eine begehrte Einnahmequelle - in Form von Zins - war der Rebensaft auch für adelige und geistliche Herren. Der Besitz eines Weinhofes im Überetsch galt seit eh und je als prestigeträchtige und sichere Kapitalanlage.
Der Weinbau in größerem, gewerbsmäßigem Anbau setzte bei uns vorwiegend um Mitte des 16. Jahrhunderts ein. Ein sichtbares Zeichen dieses neuen Reichtums ist die rege Bautätigkeit im so genannten „Überetscher Stil“. Viele mittelalterliche Wohntürme und ehemals kleine, gotische Bauernhäuser werden unter dem Einfluss der italienischen Renaissance zu stattlichen Weinhöfen mit den typischen, für unsere Gegend einmaligen Architekturformen umgebaut, erweitert oder neu gebaut.

St. Pauls/Eppan ist eine der ältesten erwähnten Pfarreien in Südtirol. Die mächtige Kirche, auch „Dom am Lande“ genannt, wurde auf Betreiben der zahlreichen adeligen Familien, Großbürger und wohlhabenden Bauern gebaut, nicht zuletzt, um Ansehen und Macht in dieser gesegneten Weingegend zu demonstrieren.

Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Wein von privaten Weinhändlern im Inland oder Ausland - bis nach Moskau und St. Petersburg - verkauft.


Um 1900 schlossen sich die ersten Weinbauern vermehrt in Genossenschaften zusammen, wodurch sie direkt und unter besseren Bedingungen am Ertrag der Trauben beteiligt wurden.



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