Die Kellerei St. Pauls

 

1907 wird die Kellereigenossenschaft St. Pauls gegründet. 36 Weinbauern aus St. Pauls, Missian, Berg und Unterrain waren bei der Gründungsversammlung anwesend. Der erste Obmann war Anton Schwarzer, der erste Kellermeister Josef Abraham aus Girlan. Bis zum Neubau des Kellereigebäudes am östlichen Dorfausgang 1908 wurde die Ernte in verschiedenen privaten Kellern des Dorfes sowie im Gasthof „Schwarzer Adler“ - die neu gegründete Genossenschaft hatte diesen angekauft - untergebracht. Der Neubau im Riegel „Zobel“ wurde auf dem Grundstück des Anton Kager errichtet. Den Plan und die Maurerarbeiten führte der Eppaner Baumeister Segna aus. Zwei übereinander liegende Keller (Lagerkapazität ca. 15.000 hl.), zwei „Ansetzen“ (Gärkeller und Arbeitsraum), die Kanzlei und eine Kellermeisterwohnung gehörten zum ursprünglichen Bau. Eine steile Auffahrtsrampe hinter dem Gebäude führte in die oberen Geschosse, wo die Maische abgeladen wurde und noch heute abgeladen wird.

Im Jahr 1914 stieg die Mitgliederanzahl auf 60. Die Keller wurden mit modernen Maschinen ausgerüstet. Ein Lastwagen, Marke Saurer, konnte 1920 angekauft werden. Er war einer der ersten Lastkraftwagen in der Umgebung.

Bereits in den 20er Jahren wurde auf gute Qualität geachtet. Die Mitglieder sollten nur „hochwertige Reben anpflanzen“ heißt es z. B. in der Chronik und die Unterschutzstellung der Qualitätsweine, besonders aus Missian, wurde erwogen.

1933 feierte die  Kellerei ihr 25-jähriges Bestehen (25-jähriges Dienstjubiläum von Josef Abraham). 130 Mitglieder lieferten im Jahresdurchschnitt über 17.000 hl Maische. Das Jahr 1951 war ein Rekordjahr: über 28.000 Doppelzentner Maische wurden angeliefert.  Im Jahr 1957 wurde dann das 50-jährige Jubiläum der Kellerei gefeiert. Die Kellerei zählte damals 141 Mitglieder; die Maische-Lieferung war auf 17.000 Doppelzentner und die Lagerkapazität im Keller auf 27.000 hl Wein angestiegen. Seit den 60er Jahren wurden vermehrt Traktoren in der Landwirtschaft eingesetzt, die die Ochsengespanne als Transportmittel der Maische nach und nach verdrängten. Seit Mitte der 60er Jahre werden auch die Trauben ungemostet (nicht zerstampft) in Bottichen oder Traubenwannen angeliefert, was eine schonendere Weinbereitung im Keller bedeutet.

Zum 60-jährigen Bestehen der Kellereigenossenschaft im Jahr 1967 wurden bereits 162 Mitglieder gezählt. 1968 kaufte man dann eine vollautomatische Flaschenabfüllanlage an, 1974 wurde ein Verkaufsraum im Hofbereich dazugebaut. 1979/80 wurde eine große Lagerhalle im nördlichen Bereich errichtet und eine Technisierung nach neuzeitlichen Gesichtspunkten vorgenommen (Modernisierung der Maischeübernahme durch neue Hebebühnen, Ersetzen der Lärchenfässer durch Stahltanks).

Seit 1997 steht Leopold Kager der Kellerei St. Pauls als Obmann vor. 2007 feiert die Kellerei St. Pauls mit mittlerweile 215 Mitgliedern ihr 100 - jähriges Bestehen.

Das Sortiment der Kellerei stellt sich zusammen aus der klassischen Linie "ST. PAULS", mit allen typischen Weinsorten Südtirols und der Linie "PASSION" mit charakterstarken Weinen, welche im Holzfass ausgebaut werden. Höchst außergewöhnlich ist der in Amphoren ausgebaute Weissburgunder SANCTISSIMUS, welcher seit 2014 die Selektion der Kellerei ergänzt und nur in besonderen Jahrgängen produziert wird. 



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